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Samstag, 15.08.2009, 18:08
eine Frage an alle, die das lesen - vielleicht jemand, der eine ähnliche Erfahrung gemacht hat und mir einen Tipp geben kann

weiß jemand, wie man sich von dem Gedanken verabschieden kann, dass seine Eltern einen lieben müssen?
Woher kommt überhaupt die wahnsinnige Vorstellung, dass Eltern ihre Kinder lieben???

Es tut mir leid - aber meine Eltern lieben mich nicht. Ob sie es je getan haben (außer als ich keine Möglichkeit hatte zu widersprechen) weiß ich nicht. Geliebt gefühlt hab ich mich vermutlich eher selten. Momentan weiß ich einfach aus dem gesamten Verhalten meiner Eltern, dass das viel ist, alles vielleicht, aber keine Liebe.

Weiß jemand, wie ich mich von dem Gedanken lösen kann, dass sie mich ja eigentlich lieben müssten?
Und wie von dem Gefühl, sie trotz aller Widrigkeiten und Erlebnisse noch immer zu lieben?
Wie werde ich das endlich los??

Was soll ich tun?

just me


Samstag, 25.10.2008, 21:05

jede nacht
träume ich
oft erinnere ich mich nicht
aber ich weiß ich träume

ich hab nie sowas wie albträume
fast nie jedenfalls
und dafür bin ich dankbar
denn selbst wenn's mir nicht gut geht
kann ich mich im schlaf trotzdem erholen

ich träume also jede nacht
ich sehe dinge die es nicht gibt
und die es nie gegeben hat
ich sehe eine glückliche familie
vor allem sehe ich
dass meine eltern mir zeigen
was sie fühlen
und sich nicht versperren
so wie es jetzt ist

es sind fast 2 jahre
dass mein vater nicht mit mir redet
mit meiner mutter habe ich
schon seit monaten keinen kontakt mehr

ich habe keinen größeren schmerz
als den, keine familie zu haben
vielleicht bin ich auch konservativ oder sowas
aber ich finde, eltern und kinder
sollten immer miteinander reden können

vielleicht habe ich ja eines tages das glück
nicht mehr traurig deshalb zu sein
oder nicht mehr das gefühl haben zu müssen
dass ich etwas versäume
weil ich das was andere haben
nämlich zumindest eine gesprächsbasis zu haben
mit den menschen die mich gezeugt und großgezogen haben

vielleicht ist es auch zu viel verlangt
das weiß ich nicht
ich weiß nur dass es weh tut
nicht nur noch immer
ich habe das gefühl
es wird immer schlimmer

just me

***

PS:
mir ist völlig egal wer das liest
oder was er damit anfängt
oder ob er das lustig findet
also viel freude mit meinem schmerz!


Dienstag, 05.08.2008, 11:20
Also here we go again ...

Ein Telefonat mit meiner Oma, das wiedermal so aufschlussreich war wie ich es mir sonst eigentlich nicht wünschen würde.

Teil 1. Sie hat ein relativ großes Haus mit Garten im Burgenland und vermietet dort auch Zimmer, eh schon ca. 30 Jahre wenn ich das richtig im Kopf hab. Meine Oma hat ein Problem mit den Augen, man weiß nicht, ob sie nicht bald erblinden wird. Sie hat diese Angst logischerweise auch und nach dem Bruch mit meiner Mutter bzw. meinen Eltern (mein Vater hat sich dann ja angeschlossen) fühlt sie sich im Stich gelassen. Deshalb hat sie das Haus als Sicherheit hergegeben (keine Ahnung wie sowas formal funktioniert), jedenfalls bezahlt der Erlös des Hauses den Heimaufenthalt, von dem sie ausgeht, wenn sie erblindet. Nicht nur, dass ich das nicht wusste - dazu muss man sagen, dass die Kommunikation meiner Familie (ich finde dieses Wort so lächerlich in diesem genetischen Verband) nicht eingeschlafen, sondern verstorben ist - meine Eltern tun auch nichts dagegen! Niemand versucht ihr die Angst zu nehmen. Das macht mich ganz rasend. Für mich war logisch, wenn sie sich nicht mehr erhalten kann, ich ziehe hin, übernehme den Betrieb (ich hätt ihn ein bisschen verändert) und hätt sie versorgt. Um das Finanzielle mach ich mir praktisch nie Sorgen. Außerdem glaube ich an ihre zähe Ader, sie lässt sich praktisch nie unterkriegen. Dass sie die Hoffnung allerdings fast aufgegeben hatte, als meine Eltern sich von ihr verabschiedet haben (mein Vater hat sie nicht gut behandelt), ist leider auch nur allzu verständlich. Einige in unserer genetischen Verbindung haben dann noch versucht, mit meiner Mutter (die die treibende Kraft hinter dem Bruch war) und auch mit meiner Oma zu reden. Das hat nichts genützt, unter anderem deshalb, weil mein Vater anstatt mit beiden zu reden, auf meine Mutter eingeredet hat (er wollte sie praktisch zwingen, sich zu entschuldigen - was natürlich Blödsinn gewesen wäre, weil beide ihren Anteil hatten!). Die die darunter leiden, sind die die nichts daran ändern können.

Teil 2. Mein Onkel - der Bruder meiner Mutter - heiratet demnächst. Das ist insofern bemerkenswert, als dass man mir nichts davon gesagt hat. Ich habe es am Telefon von meiner Oma erfahren. Meine Mutter war glaube ich nur deshalb so überrascht, WEIL ich es wusste. Ihr einziger Kommentar dazu war: du hast ein Recht darauf, dich nicht in der Opferrolle zu sehen. Ich könnte das jetzt in meiner mir eigenen recht unfreundlichen Art auseinandernehmen, aber wir wollen mal nicht so sein. Theoretisch hat sie nämlich recht. Ich leider auch. Meine Familie ist inexistent in meinen Augen und ich gehöre da einfach nicht rein. Ich weiß zwar ehrlich gesagt nicht, was ich seit frühester Kindheit wohl verbrochen habe, damit das passiert, aber ok. Ja, ich fühle mich in einer Opferrolle. Ich hab grad die Telefonnummern meiner nächsten Verwandten gelöscht. Bin ich theatralisch? Ja, wahrscheinlich. Aber ich fühle mich ehrlich ziemlich hilflos. Ich war immer der Ansicht, dass man mit Reden viel lösen kann, fast alles war in meinen Augen nur eine Frage der Kommunikation. Ich muss jetzt erkennen, dass das irrelevant ist, weil Kommunikation keine Einbahnstraße ist, also wenn eine/r sich bemüht, heißt das gar nichts, solange der/die andere sich nicht auch zu einem Gespräch bzw. der Notwendigkeit eines Gesprächs bekennt.

Vielleicht ist es an der Zeit zu sagen, dass dies das letzte Kapitel der Geschichte meiner Familie war. Ich weiß nur nicht, ob ich mich wirklich daran halten muss, denn Familie ist nicht nur, wo man hineingeboren wurde, sondern auch was man selbst gebärt. Wenn ich eines Tages das Glück habe, selbst eine Familie zu gründen, kann ich das vielleicht mit besseren Nachrichten fortsetzen. Für den Moment allerding ist Familie für mich ein Fremdwort.

just me


Sonntag, 13.07.2008, 12:37
Ich wollte schon länger etwas über meine Schulzeit schreiben bzw. über meine Teeangerzeit. Das ist ein sensibles Thema mit vielen Tiefen und ein paar Höhen. Geprägt vor allem von meinem Außenseitertum, mit dem ich nach einem knappen Jahrzehnt endlich umzugehen - soll heißen: ignorieren - gelernt habe. Ich war von 1997 bis 2002 in einer Handelsakademie im 13. Bezirk. Diese Schule habe ich nicht bewusst ausgesucht (Wirtschaft interessiert mich NULL), sondern aus dem Bauch heraus. Im Herbst 2006 gingen meine beste Freundin und ich wiedermal nicht zur Schule, als Ausrede dienten die Tage der offenen Türe verschiedener Schulen, unter anderen dieser HAK. Ich weiß nicht genau, warum, aber als wir dort vorbeifuhren, sagte ich, dass ich da mal reinschauen will. Sie wollte nicht, aber ich ließ nicht locker und wir schauten kurz rein. Im Eingangsbereich waren ein paar Stufen, davon habe ich vielleicht zwei betreten, dann gab mir eine Schülerin einen violetten Folder, in dem die Schule und die Ausbildung beschrieben wurde. Ich weiß noch wie gestern, dass ich ganz spontan sagte: In diese Schule gehe ich. Sie hat das nicht verstanden, ich auch nicht. Zu Hause gab ich meiner Mutter den Folder und sie meldete mich an. Ich hab die Schule dann durchgezogen, obwohl ich in der ersten Woche schon wusste - das ist es unter Garantie nicht! Ich habe nicht mal die Themengebiete verstanden :-)) aber na gut, ich hielt durch, mit zwei Nachprüfungen - einmal in der 3. Klasse: Wirtschaftsinformatik und einmal in der 4.: Rechnungswesen. Das Lernen für Rechnungswesen im Jahr 2001 hat mich bis zur Matura gebracht.

Ich war in dieser Schule, in dieser Klasse einer der Außenseiter. Ich glaube inzwischen, dass es in jeder Klasse zumindest zwei Leute gibt, die nicht zum Klassenverband gehören. Es gibt nie nur einen Außenstehenden, immer zwei bis vier. Das ist meine Theorie. Warum Kinder zu Außenseitern werden, habe ich bis heute nicht verstanden. So schwierig können 10- bis 14jährige doch gar nicht sein, dass sie von Gleichaltrigen! abgelehnt werden ... ich will das auch nicht mehr untersuchen, das macht keinen Sinn. Man lernt mit allem umzugehen und im Prinzip ist es sogar besser, relativ früh zu lernen, dass man nicht in der gesellschaftlichen Norm ist als es zu spät zu lernen und dann nicht mehr damit umgehen zu können. Also ich müsste fast dankbar sein. Nicht für den Terror und die Beleidigungen und die Einsamkeit. Aber für die Lehre.

Was das mit meiner Familie zu tun hat, fragt sich jetzt vielleicht manch eine/r?! Auf den ersten Blick wohl wenig, aber bei genauer Betrachtung, also wenn man tiefer in meine damalige Gefühlswelt geht, hat viel davon mit meinen Eltern zu tun. Ich habe schon mal geschrieben, dass man Respekt und das Angenommensein von seinen Eltern bzw. seinem engsten Umfeld lernt. Und egal, wie sehr man von seinen Eltern geliebt wird, Eltern lieben in der Regel ihre Kinder und das möchte ich ihnen auch nicht absprechen, aber Respekt ist etwas, das lange nicht "in" war, wenn es um die Beziehung des Erziehungsberechtigten zum Kind geht. Ich glaube, dass es da erst in den letzten Jahren ein enormes Umdenken gegeben hat, das festgelegt hat, dass Kinder genauso Menschen sind wie Erwachsene und dass sie eigene Meinungen haben und Wünsche und Träume, egal wie alt sie sind. Und sie sind Individuen, die Respekt verdienen. Nur weil sie so viele Dinge noch nicht wissen, bedeutet es nicht, dass sie mit dem Leben überfordert sind. Wie gesagt, das war damals einfach nicht Standard und ist es vielleicht auch heute noch nicht, aber einige Eltern sehen es inzwischen anders und das wird aus der Gesellschaft der Zukuft eine bessere und tolerantere machen.

Im Zusammenhang mit meiner Geschichte war das so, dass meine Eltern meinen Kummer in der Schule einfach nicht ernstgenommen haben. Auch meine Verliebtheiten, meine Beziehungen und Freundschaften waren nie ein Thema, das in meinen Augen ernsthaft genug angegangen wurde. Vielleicht fühlt sich ein Egozentriker nie ernst genug genommen :-) das weiß ich natürlich nicht, aber ein Teenager braucht eben mehr als "wird schon vergehen" und "reiß dich zam" und "beruhig dich wieder". Deshalb war das doppelt traumatisch für mich. Ich kann das natürlich nicht beschwören, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass wenn meine Eltern mir das Gefühl gegeben hätten, dass Ablehnung im Klassenverband, vor allem wenn sie sich wiederholt (1993 - 1995; 1997 - 2000) nicht die Schuld des Kindes ist, sondern einfach eine gesellschaftliche Erscheinung, die sich das Kind nicht allzu sehr zuHerzen nehmen sollte. Für meine Eltern waren auch nie die Lehrer an irgendeiner Entwicklung (mit-)schuld sondern ausschließlich die Schüler. Auch die anderen Eltern hatten keinen Einfluss, so sahen meine Eltern das zumindest. Also die verrückten Kinder, die sich nicht benehmen können. So auf die Art ...

Ich war nie ein beliebtes Kind in der Schule, zumindest nicht in den oben erwähnten Jahren. Mit der Zeit findet man das dann ganz angenehm :-) weil niemand etwas von einem will und man seine Ruhe hat. Vor allem hat man einen ganzen Tisch für sich und muss nicht teilen :-)) das war eine nette Sache. Natürlich ist Einsamkeit eins der schrecklichsten Gefühle, die ein Mensch haben kann, mit der Zeit wurde das dann auch weniger, weil immer wieder mal Menschen in mein Leben kamen, die mich mochten und die ich mochte, nur waren die praktisch nie in meiner Klasse ...

Nun denn ich muss jetzt los, wir fahren grillen :-)) das wird sicher nett ...

Alles weitere, was mir im Kopf und im Herzen schwebt, morgen oder übermorgen :-)

just me


Freitag, 11.07.2008, 14:11

Ich habe festgestellt, dass meine Männer durch gewisse Ähnlichkeiten auffallen, anders ausgedrückt, ich hab einen sehr eindeutigen Geschmack (mit ganz wenigen Ausnahmen). Dieser Geschmack richtet sich vor allem was den Charakter angeht (den man ja erst nach einiger Zeit ergründet) nach meinem Vater. Nicht, dass das außergewöhnlich wäre, das hab ich schon öfter gehört und gelesen, dass sich die Partnerwahl unterbewusst am Vorbild "Eltern" orientiert. Auch äußerlich tut sich da einiges am Männerhorizont.

Also um einen Vergleich anzustellen:

Ich mag Männer, die in erster Linie dunkelhaarig und etwas übergewichtig sind. Normalgewicht gibt mir nix :-) Ich mag auch dunkle oder grüne Augen lieber als blaue. Ich finde ein schönes Lachen und zärtliche Augen sehr wichtig. Natürlich gefällt mir Humor und Intellekt - wem nicht? Nun aber zum Charakter und da sind die Ähnlichkeiten noch größer, zumindest wenn man genauer hinsieht. Mich faszinieren Männer, die nicht alles von sich hergeben (wollen/können). Natürlich kostet mich das Nerven, aber jemand der mir alles über sich erzählt, wird mir schnell langweilig, auch wenn ich wünschte, dass es anders wäre. Damit muss ich leben lernen, denn ändern kann man gerade "Interesse" nicht.

Ich habe unbewusst einen Hang zu Männern, die viel arbeiten (wollen) und die großen Wert auf finanzielle Sicherheit legen, das merke ich immer wieder. Besonders diese zwei Eigenschaften sind Dinge, die mich enorm an meinen Vater erinnern. Er ist geradezu panisch, wenn er mal etwas weniger Geld hat als sonst, ist nicht wirklich geizig, aber über Geld spricht er nicht gern. Ich hab mal durch Zufall seinen Kontoauszug gesehen, da waren wir zusammen auf der Bank und eins kann man deutlich sagen: mein Vater steht auf Geld sparen! Und zwar auf dem Girokonto. Da ist er so viel im Plus wie andere am Sparbuch haben. Ich weiß nicht, warum ich das nicht von ihm geerbt hab :-( denn ich bin ein Finanzidiot, völlig! Wenn man mir Geld in die Hand gibt, kann man sich sicher sein, dass es sich vertschüsst. Auch wenn ich hart daran arbeite und mir daheim einen Vorrat an Geld zugelegt hab (zum Glück in kleinen Scheinen und Münzen *gg*) und darauf achte, nicht unter 100 Euro "Notgroschen" zu kommen. Darauf bin ich sehr stolz, aber mehr wird sich vielleicht nie ausgehen. Da komme ich total nach meiner Mama.

In letzter Zeit habe ich auch einen Griff zu Männern, die schon ein Kind haben. Mich stört das nicht, gar nicht sogar, ich finde es schön, denn beide sind gute Väter, da bin ich sehr sicher. Trotzdem: sie sind eben Väter, Vaterfiguren. Ob das was zu bedeuten hat, kann ich nicht mit Sicherheit sagen.

Also, was ich damit eigentlich sagen will, ist, dass die Beziehung zu meinem Vater einfach enorm gestört ist. Und das scheinbar schon früher oder immer, denn ich erinnere mich kaum an jemanden, der nicht zumindest ein bis zwei der oben erwähnten Charakter- oder Aussehenszüge hatte. Vor allem "dunkel" und "mollig" waren fast immer im Mittelpunkt - übrigens auch bei den Frauen. Aber meine Mama ist auch dunkel und mollig, also was soll's :-) mein Vater hat übrigens helle Haare und helle Augen, das hab ich von ihm.

Vielleicht red ich mir das alles nur ein und die Gemeinsamkeiten zwischen den Männern, die mir wirklich etwas bedeutet, die wirklich etwas in meinem Leben bzw. meinem Herzen bewegt haben, sind reiner Zufall?
Irgendwie glaub ich das nicht.

***

kann es sein
dass wir uns nochmal ineinander verlieben?
das ist schon so lange her
aber wir scheinen jetzt
nach all den jahren
und all den erfahrungen
reif genug zu sein
um miteinander umgehen zu können
und mit der leidenschaft, die wir unbestreitbar empfinden
und die uns nacht für nacht überfällt
wie aus dem hinterhalt

ich glaube
wenn man jung ist
also so wie wir es waren
16,, 17
also nicht mal volljährig
oder ansatzweise ausgewachsen
dass man dann mit begehren überfordert ist

dann hat man auch irgendwie angst
vor der macht der leidenschaft
denn ich persönlich
halte leidenschaft für eine der stärksten gefühle
die ein mensch für einen anderen
die zwei menschen füreinander
empfinden können

es ist so eine allesverschlingende macht
die einen beflügeln und die einen umschmeißen kann
also damit umzugehen muss man erst lernen

***

Vertrauen.

mir fällt es grundsätzlich schwer, zu vertrauen. gerade wenn etwas beginnt, das so schön und eng ist wie das hier. und gerade dann wenn die letzte verletzung zum einen nicht lange zurückliegt und zum anderen durch fehlendes vertrauen entstand.
in allem was sich nicht plausibel anhört, vermute und befürchte ich eine form des betrugs. eine form, hintergangen zu werden. auch wenn noch lange keine "feste bindung", also eine art offizielle monogamie, vorliegt.
dass das nicht richtig ist, muss mir niemand sagen, das weiß ich selbst. nur wie soll man diese dinge überwinden? vertrauen kostet zeit und über diese(n) schatten zu springen, ist nicht so einfach wie es scheint und kann auch ganz schön weh tun, weil man sich zu diesem zeitpunkt mit erlittenen verletzungen auseinandersetzen muss, egal wie lange sie zurückliegen.
denn gerade vertrauen ist etwas, das wir alle von frühester kindheit auf lernen mussten oder wollten und das uns vielleicht von der eigenen familie bzw. vom engsten umfeld genommen wurde. und selbst wenn man sich noch so sehr bemüht, irgendwann kommt meist ein mensch, der einem die fähigkeit, auf andere ohne vorbehalte zuzugehen, nimmt und das für lange zeit. bei mir war das 1999, also schon vor einem weilchen. und auch wenn ich darüber hinweg bin, heißt das noch lang nicht, dass ich jemandem vertrauen kann, wenn ich das will. egal wie sehr ich es will, es ist eben nicht immer da.

und darum geht's grad. ich möchte ihm gern vertrauen können, zumindest "ein bissi". also nicht automatisch davon ausgehen, dass ich nur "eine von mind. zwei" bin. er versucht, mich in sein leben zu integrieren und zeigt mir auch, dass er mich um sich haben will. das ist etwas, das mir sehr hilft, auch wenn's für ihn vielleicht selbstverständlich ist, für mich ist das schon ein geschenk. also sieht's momentan ganz danach aus, dass wir es wirklich als chance begreifen, die zu nutzen uns beide glücklich machen kann.

***

Fortune Cookie:
Glückskeks.



vor einigen wochen war ich mit einer freundin sushi essen, das sushi war eher mittelmäßig, aber am schluss kam so ein glückskeksi und während sie was mit "karriere" und "geld" bekam, ging's bei mir um liebe. da stand: "Passionate new romance appears in your life when you least expect it"

na wie find ich das? :-)))

***

just me


Freitag, 20.06.2008, 10:25

Egozentrik (vom griechischen ego Ich und centrum Mittelpunkt) bezeichnet die Eigenschaft des menschlichen Charakters, sich selbst im Mittelpunkt zu sehen und, damit meistens einhergehend, eine übertriebene Selbstbezogenheit (Egoismus, mit dem man sie auf keinen Fall verwechseln sollte), und die Eigenschaft, andere Menschen beständig an sich selbst zu messen.

Ein Egozentriker kann Probleme mit dem Aufbau von engen Beziehungen zu anderen Menschen, wie auch in der Selbstbeobachtung/Selbstreflexion, bekommen. Egozentriker sind oftmals traurig oder enttäuscht, wenn sie nicht im Mittelpunkt stehen; es missfällt ihnen, wenn andere an ihrer Stelle gerade die Aufmerksamkeit ihrer Umwelt haben. Leidet die Person darunter, nennt man das Egomanie.

***

das sagt Wikipedia über Egozentrik. Ich wurde heute Früh (vor einer halben Stunde ca.) Egozentriker genannt und jetzt mach ich mir nach anfänglicher Empörung darüber Gedanken, ob das vielleicht stimmt? Irgendwie finde ich, dass man nach der obigen Definition einen Egozentriker auch einen Selbstdarsteller nennen könnte. Oder jemanden, der so verzweifelt auf der Suche nach Anerkennung und Liebe ist, dass er sich selbst in den Mittelpunkt stellt, damit es nicht so schwer fällt zu akzeptieren, dass da niemand ist. Diese Verzeiflung an sich ist auch egozentrisch und sogar egoistisch! Kurz gesagt ich bin ein Arschloch :-D ... sorry dass ich das jetzt so "lustig" formulier, aber eine andere Möglichkeit als darüber zu lachen hab ich grad nicht - außer ich fang sofort eine Therapie an. Denn wenn es stimmt, dass ich egozentrisch bin, dann hab ich dafür wenigstens eine Theorie ... und die hat wie man schon vermuten kann, etwas mit meiner Familie bzw. Kindheit zu tun.

***
Geschichte meiner Familie - Teil 1 vor 10

Ich bin das ältere von zwei Geschwistern. Mein Bruder kam 20 Monate nach mir auf die Welt und war zu Beginn ein schwächliches, krankes Kind, dem die Ärzte nur wenige Monate zu leben gaben. Ich glaub, er hatte es mit der Lunge - das liegt väterlichseits in den Genen, denn mein Papa hat's, ich hab's und mein Bruder hatte es.

Durch die Tatsache, dass er der jüngere war und dann auch noch gesundheitlich angeschlagen, vermute ich, dass es zu einer Konzentration auf sein Wohl gekommen ist - gar nicht unlogisch - und hier setzt die Spekulation ein: ich blieb auf der Strecke. Das würde nämlich erklären, warum ich mich nicht geliebt fühlte, als ich ein Kind war (nicht dass das jetzt anders wäre, aber darum geht's grad nicht) und wahrscheinlich - nochmal Spekulation - angefangen hab wie verrückt um Aufmerksamkeit und Liebe zu kämpfen und darum, ernstgenommen zu werden.

***

Dadurch - noch immer Spekulation - habe ich eine theatralische Ader entwickelt, die darauf abzielte, möglichst viele Menschen auf mich aufmerksam zu machen. Kurz gesagt, eine Verzweiflungstat, die sich manifestiert hat und bis heute in meinem Charakter zum Vorschein kommt bzw. ein zentraler Teil meines Bildes ist. Bild deshalb, weil nichts davon stimmt. Ich bin nicht selbstsicher. Ich bin nicht mutig oder davon überzeugt, eh schon ok zu sein. Ich bin zerfressen von Ängsten und Selbstzweifeln, aber ich kann mich doch nicht hinstellen und aller Welt zeigen: hallo, mein Name ist Unsicherheit. Nicht, dass die Leute das nicht vermuten würden, das tun sie, aber sie wissen es nicht genau. Ich geh mit meinen Gefühlen hausieren, aber nicht mit denen, die so tief in mir vergraben sind, dass ich sie selbst nicht spüren will. Ich verliebe mich leicht, weil es dann einfacher ist, nicht darüber nachzudenken, wer ich bin. Ich kann mich dann auf jemand anderen konzentrieren. Nicht, dass meine Gefühle nicht echt wären, manchmal sind sie das sogar (das kommt viel seltener vor als ich dachte), aber je komplizierter und unzugänglicher ein Mensch ist, desto interessanter ist er für mich. Das erklärt auch meine Fixiertheit auf meinen Vater, der ein Mensch ist, der sich zu Gefühlen nicht äußert - nicht äußern kann oder will, was auch immer - und auch auf meinen Chef, auf meinen - wenn man so will - immerwiedermal Liebhaber - der auch nichts erzählt und nichts von sich zeigt. Es ist um Welten einfacher, sich darauf zu konzentrieren, wer er wohl ist und wie er wohl tickt als damit leben zu müssen, dass ich mich selbst nicht versteh. Ich versuch mich zu verstehen - ehrlich - aber es gelingt mir nicht. Ich weiß so viele Dinge aus meiner Vergangenheit nicht, dass ich mich selbst gar nicht kennen kann! Durch absichtliche Provokation meiner Umwelt - das hat sich teilweise so verselbstständigt, dass ich selbst gar nix davon mitkrieg, dass ich mich grad zum Affen mach - versuch ich Aufmerksamkeit zum einen zu bekommen und Verständnis zum anderen. Das heißt, ich versuche durch die Reaktionen von anderen etwas über mich selbst zu erfahren.
Frage, wie geht diese Provokation? (zumindest würd ich mich das jetzt fragen - daher die Antwort): Meine Provokation besteht in erster Linie daraus, meinen Look häufig(er) zu wechseln als das bei anderen üblich ist. Ich ändere meinen Stil, meine Frisur, mein MakeUp, teilweise nehme ich relativ rasch ein paar Kilo (so zwischen 2 und 5 schätz ich, ich hab keine Waage außer für meine Lebensmittel) zu oder ab, ich ändere was ich esse oder was für Musik ich höre. Mein Lachen ist laut und theatralisch, ich verberge meine Gefühle nicht (ich bin dazu gar nicht imstande glaub ich) und all sowas halt. Ich kann nicht viel mehr aufzählen, weil da nichts mehr ist. Teilweise bin ich irgendwie eine Hülle und ich kenne den Inhalt nicht - manchmal gibt's auch keinen Inhalt.

Was ich mich jetzt frag, ist, warum das noch immer so ist. Müsste ich über die Lasten meiner Kindheit nicht endlich hinweg sein? Wenigstens langsam? Jetzt setz ich mich schon so lang damit auseinander, aber vielleicht nicht konsequent genug.

Mir fällt grad ein...
Ich glaube den Menschen nicht, dass sie mich mögen oder gar in mich verliebt sind. Ich kann's nicht. Deshalb kämpfe ich permanent auch dann noch um Aufmerksamkeit wenn ich sie längst habe. Denn mir ist es nie genug Nähe, nie genug ICH. Ja, ich bin Egozentriker. Das weiß ich jetzt. Das tut zwar weh, weil ich mich nicht so gesehen hab, aber ich muss das zugeben, glaub ich. Und manchmal ist die Konfrontation mit der Wahrheit schon ein guter Anfang. Lustig, jetzt weiß ich auch, warum ich mich in Ally McBeal wiedergefunden hab - die ist auch egozentrisch und WIE. Da gibt's ein interessantes Zitat, aus der ersten oder zweiten Staffel. Sie wird von Georgia (die mit Billy, ihrer Lebensliebe bevor sie Larry trifft, verheiratet ist) gefragt: "Warum sind deine Probleme immer wichtiger als alle anderen?" und Ally sagt: "Weil es meine sind." und dieser kurze, prägnante Satz sagt schon alles über sie. Und über mich.

Seltsamerweise denk ich grad, vielleicht will ich nur deshalb im sozialen Bereich arbeiten, weil ich mich dann nicht mit mir auseinandersetzen muss, denn die Probleme anderer sind vergleichsweise viel, viel schlimmer als meine. Ich finde nämlich, dass ich außer mit mir selbst gar keine Probleme habe. Ich schaffe sie, damit ich was zu tun hab. Lustig, das wirft man mir schon seit über einem Jahrzehnt vor - nämlich, dass ich's mir zu schwer mach - und heute bin ich das erste Mal davon überzeugt, dass das auch stimmt. Ein anderer Vorwurf, nämlich, dass ich mich "immer so reinsteiger" - der stimmt auch! Ich fass es nicht, dass die Leute alle recht hatten - ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll.

Komisch irgendwie. Ich fühl mich grad ziemlich erleichtert, aber auch ratlos, denn wie geht man dagegen vor??

Oben hab ich geschrieben, dass ich mich auf die Gefühle anderer konzentriere, damit ich nicht über mich nachdenken muss. Und dass ich viel seltener verliebt bin als ich bisher dachte. Ich glaube schon, dass meine Gefühle für ihn - meinen Chef - ich mag ihn nicht so nennen, denn für mich ist er ein toller Mann, nicht mein Chef, echt sind. Hmm eine Synonym muss her :-) - für den Anfang muss mal sein Initial reichen: R. Also ich denke, meine Gefühle für R. sind echt, sehr aufrichtig, einfach weil sie schon sehr lang da sind. Ja, er ist ein Mysterium und in seiner Gegenwart bin ich nur ganz selten wirklich entspannt, sowas dauert immer. Und obwohl ich bis jetzt davon überzeugt war, dass ich das wirklich fühle, zweifle ich gerade an allem was ich je für jemand anderen empfunden hab. Nicht, dass da nichts war - und das geht auch gegen niemanden, in den ich verliebt war oder in den ich verliebt zu sein glaubte - aber wie sicher kann ich mir angesichts der heutigen Erkenntnisse noch sein??

Na gut, ich denke, für den Anfang war das mal genug. Ich muss jetzt nachdenken.

***

Mir ist noch einiges eingefallen ... zum einen - ich war ja gestern bei R - das war schön, ungewohnt (weil es schon 3 Monate her ist), aber eigentlich wie immer - nur dass er mich in der Nacht wieder umklammert hat, nicht so locker wie früher, sondern sehr direkt und deutlich mit festem Griff an meinen Rippen :-) ich weiß auch nicht, wieso, ich finde der Bereich neben meinen Brüsten, also kurz unter den Achseln ist intim, da darf mich nicht jeder berühren! - also das fand ich sehr schön. Davon bin ich aufgewacht.
Und er war es auch, der zu mir in der Früh gesagt hat, dass ich egozentrisch bin. Ich glaube, er hat das nicht bös gemeint, aber ernst schon und interessanterweise glaube/fürchte ich, dass ich diese Aussage jedem übel genommen hätte - hab ich bei ihm auch gemacht, aber ich war nicht sauer, sondern hab mich sofort gefragt, ob es vielleicht stimmen kann - und ernstgenommen hab ich's auch nur bei ihm.
Also da stehen wir wieder und vielleicht fangen wir jetzt von vorn an, keine Ahnung. Und vielleicht war/ist genau dieser Komplex, nämlich das ständige Betteln um Aufmerksamkeit (wenn er das unter egozentrisch versteht) der uns voneinander ferngehalten hat. Wer weiß, vielleicht fühlt er sich von mir auch nicht ernstgenommen oder begehrt oder so. Ich weiß es ja auch nicht! Jedenfalls weiß ich dass ich mit ihm zusammensein möchte.

Ich werd am Sonntag auch zu meiner Oma fahren, das brauch ich jetzt und sie freut sich auch wenn sie mich sieht ... ich glaub, das war's jetzt wirklich für heute - essen sollt ich auch was :-)

alles Liebe
jm

***
Das Bild oben passt gut zu meiner Lage: "Frau vor dem Spiegel" (1876) von Edouard Manet (1832-1883)


Dienstag, 13.05.2008, 23:13
Es sollte immer eine Fortsetzung geben, aber manchmal passieren eben Dinge, die ein bisschen wichtiger sind als das, womit man sich schon Jahre quält.

Meine Mutter hat sich gemeldet. 4 Monate kein Konakt und dann plötzlich eine simple Nachricht: sie würde mich gerne sehen, wenn ich das will. Bumm. Das war ein Schock.

Ich antworte ihr. Keine Rückmeldung. Ich schreibe ihr nochmal. Wieder nichts. Ich rufe an. Sie hebt nicht ab. Der Anrufbeantworter: ich weine, rede ihr aufs Band, dass sie mich verletzt hat, weil sie sich meldet und dann nicht reagiert. Ob das ein Test war oder wegen dem verblödeten Muttertag, der keinen Wert hat, wenn das restliche Jahr auch keinen Wert für die Beziehung hat. Ich hab mich dann an die Nachrichten auf meinem Anrufbeantworter von meiner Ex erinnert und hab aufgelegt. Ich bin so darüber erschrocken, dass ich mich auf einem externen Speicher so selbst erniedrigt hab, dass ich nicht mehr angerufen habe und es auch nicht mehr vor hatte.
Sie hat mir dann noch geschrieben, dass sie nicht mit einer so schnellen Antwort gerechnet hat und dass keine Antwort nicht automatisch kein Interesse bedeutet.
Inzwischen haben wir zwei, drei Nachrichten geschrieben, es scheint so als würden wir uns am Donnerstag auf ein Frühstück treffen.

Mir macht das Angst. Ich kann das nicht anders ausdrücken.
Ich bin ja damals nicht gegangen, weil sie mir was angetan hatte, sondern weil sie sich zum einen gegen die Aufarbeitung meiner Kindheit gewehrt hat (sie hat es als Vorwürfe gewertet, dabei muss ich nur darüber reden, damit ich mich endlich damit konfrontieren kann), zum anderen ging es hauptsächlich um meinen Vater.

Und um ihn geht's jetzt auch noch.

Mein Vater ist Jahrgang 59, er wird also nächstes Jahr 50. Er hat mit 14 bei einem Unfall (ich glaub, ich hab das in einem früheren Eintrag schon erzählt) seinen Vater verloren, seine Mutter hat 3 Jahre später erneut geheiratet. Seine Schwester hat mit 15 Jahren (also ungefähr 1976) das burgenländische Zuhause verlassen und ist nach Wien abgehauen, später (1989) dann nach Holland, wo sie noch heute lebt. Sie überlegt gerade, zurückzukommen, aber das ist so in der Schwebe, dass ich mir da keine Hoffnungen machen möchte. Das ist allerdings eine andere Geschichte.
Meine Eltern haben sich kennen gelernt, da war meine Mama 13 und mein Papa 15, am 2. November 1974. Meine Mama hat mir das Datum mal genannt, zumindest ohne Jahr, aber ich kann ja rechnen :-)

Mein Vater ist ein talentierter Rhetoriker, engagierter Kommunalpolitiker, Gewerkschafter, Lehrer und im Alltag Ehemann und Straßenbahnfahrer. Nebenbei ist er auch noch Vater. Aber da steht ihm eine seiner größten Ängste im Weg und zwar die, etwas von sich hergeben zu müssen, um Resonanz zu erhalten. Mein Vater ist ein sturer Hund. Das ist nicht bös gemeint, er hat einfach nie gelernt, zu kommunizieren (zwischenmenschlich mein ich, nicht als Vortragender, das sind nämlich 2 Paar Schuhe, Sneakers und Pumps sozusagen) oder ernsthafte, langfristige Kompromisse zu schließen. Entweder er bekam was er wollte oder er hat auf stur geschalten. Er hat das von seiner Mutter, meiner Oma. Nur: die lernt das grad! Mit 70. Aber was soll's - besser spät als nie. Mein Vater jedoch ist immer noch stur.

Er spricht seit Jänner 2007 (1 Jahr, 4 Monate ... tz) nichts mit mir - wegen einer Lappalie!!! Jetzt werdet ihr vielleicht sagen: naja, was für dich eine Lappalie ist, kann für ihn eine Katastrophe sein. Ja, das mag wohl sein, aber auch nur dann, wenn er zu starke Brillen hat und diesen Einzeller für einen verdammten Elefanten hält!!!! Sorry, mich macht das so wütend, rasend eigentlich. Einfach, weil er sich wie ein Kleinkind, ein dummer Teeanger aufführt.

Darf man so über seinen Vater sprechen? Ich sage: ja, man darf! Es ist nämlich wirklich, auch wenn's wohl anders wirkt, echt nicht bös gemeint. Er soll nur aufwachen und verstehen, dass das Leben aus Kommunikation besteht und zwar aus einer, die in zwei Richtungen geht und nicht bloß in eine. Das klingt für die meisten hier sicher einleuchtend, weil wir ja wissen, dass es unerlässlich ist, mit unseren Mitmenschen zu sprechen. Aber jemand, der das nicht gelernt hat und zwar eine mitfühlende Frau hat, die ihn aber einfach so sein lässt wie er ist (was ja an sich gut ist) und ihn nicht auch mal in den Arsch tritt, wird nichts daran ändern können. Er hat den Mut dafür einfach nicht.

Ich liebe meinen Vater. Aber ich kann ihm nicht helfen. Und ich kann auf der anderen Seite seine respektlose Art nicht ertragen, nur weil er gelernt hat, dass man ihm permanent in den Arsch kriechen muss, nur damit er nicht mehr auf stur stellt. Für mich ist es eine bewusste Entscheidung, wenn er plötzlich den Kontakt einstellt, auch wenn er es nicht artikuliert. Für mich ist passiver Widerstand immer noch Widerstand und Widerstand ist Kampf! Er führt also mit dem Schweigen und dem sturen Verweigern von jedweder Interaktion mit seiner Umgebung einen Kampf. Nur: gegen wen geht der eigentlich? Gegen mich? Gegen ihn selbst? Gegen seinen Stolz? Gegen seine Gefühle? Das ist wohl eine der wenigen Fragen, die ich nicht einfach so beantworten kann.

Mein Vater liebt mich. Er kommt nur nicht damit klar, dass wir uns so verdammt ähnlich sind und mein Stolz irgendwann gewinnt. Außerdem könnten wir uns besser unterhalten, wenn wir beide nicht emotional werden. Er kann gar nicht emotional werden, aber ich zuck irgendwann einfach aus, wenn ich mit sachlicher Sprache nicht zum Punkt komme. Ich kann inzwischen, trainiert durch das Verhältnis mit meinem Chef, sehr viele emotionale Dinge in sehr sachlicher Weise ausdrücken. Es hat sich jedoch nichts daran geändert, dass ich, wenn ich das Gefühl habe, nicht zum Punkt, zum Kern des Problems zu kommen, auf die emotionale Ebene umschalte.

Tja.
Und noch eine Kleinigkeit habe ich durch etwas Nachdenken festgestellt. Das kann ich zwar auch nicht pauschalieren, aber für mich passt's. Und zwar.

Kinder sehen ihre Eltern als Einheit, nicht als selbstständige Individuen. Das bedeutet zum einen, dass man zum anderen geht, wenn der eine sich aus irgendwelchen Gründen in irgendwelchen Bereichen verweigert. Eltern nennen das Ausspielen, Kinder nutzen in Wirklichkeit nur ihre Möglichkeiten. Kinder haben nämlich ein untrügliches Gespür dafür, bei wem sie was durchsetzen können.
Zum anderen bedeutet dieses Nichtauseinanderhaltenkönnen auch, dass man beide Elternteile für die Vergehen von auch nur einem Elternteil verantwortlich macht bzw. die positiven Wirkungen eines Elternteils auf beide überträgt, das heißt, Eltern sind immer gleich gut oder gleich böse oder gleich schuld oder gleich unschuldig. Sie werden nicht einzeln gesehen, also werden sie auch zusammen verurteilt.
Erst wenn man älter, erwachsen und unabhängiger wird, muss man feststellen, dass Eltern auch nur Menschen sind. Und die treffen ihre eigenen Entscheidungen. Und genau deshalb ist man es den Eltern schuldig, sie auch als getrennte Wesen zu beurteilen.
Konkret heißt das: was meine Mutter getan hat, hat mein Vater nicht verschuldet und was mein Vater angestellt hat, hat meine Mutter nicht angezettelt oder unterstützt.
Umgekehrt natürlich auch, obwohl ich mir bei positiven Taten nicht so sicher bin.

Ich bin nicht sicher, wie klar mein Gedankengang ist, aber er ist das Ergebnis wochenlangen Nachdenkens sowie meines Fluchturlaubes nach Vorarlberg, der übrigens vielleicht in einen Umzug mündet, aber dazu ein anderes Mal.

Liebe Grüße

just me


Mittwoch, 26.03.2008, 13:03
Mir war gerade danach, also habe ich meine Oma angerufen. Aus dem anfangs ganz normalen Gespräch über unseren Alltag und dass ich im Garten gern was anpflanzen würde entwickelte sich nach kurzer Zeit eine einstündige Aufarbeitung unserer Familiengeschichte.

Wir sind beide damit belastet, dass wir gar keine Familie sind und uns trotz des großen Netzes aus Verwandten, in das wir geboren wurden bzw. welches sie auch geboren hat, außerhalb unserer nächsten Familienbande Kontakte und Unterstützung suchen mussten.

Und was auch auffällig ist: es hat keineswegs in meiner Generation begonnen, dass die Familie auseinander fällt. Meine Oma redet wahrscheinlich schon seit Jahrzehnten nichts mehr mit ihren Geschwistern (bzw. die nicht mit ihr), meine Mutter hat keinen Kontakt zu ihrer Mutter seit Anfang der 90er Jahre, ebenso zu ihrem Bruder. Mein Vater hat, nachdem der Kontakt zwischen meiner Mutter und seiner Mutter (meiner Oma) 2005 zerfetzt wurde, nach und nach den Kontakt eingeschränkt und ihn inzwischen wohl auch gekappt. Zumindest sieht sie es so.

Es ist mir ehrlich unbegreiflich. Ich glaube an Schicksal. Es gibt kaum etwas, dessen ich mir sicherer bin als der mir Sicherheit gebenden Annahme, dass es so etwas wie Bestimmung gibt. Es würde also bedeuten, dass es so sein MUSS. Dass die Familie auseinanderfällt, oder nie richtig zusammen war, das lasse ich jetzt mal dahingestellt. Das muss doch eine gemeinsame Ursache haben!

In zwischenmenschlichen Verhältnissen ist es ganz natürlich, dass jede/r nur seine/ihre Sichtweise darstellt. Deshalb ist es an sich auch nicht verwunderlich, dass ich immer nur die Perspektive meiner Eltern kannte. Meine Oma hat oft versucht, mich zu schützen. Früher, als Kind, vor meinen Eltern, später dann, teilweise auch jetzt noch, vor verlorenen und zerstörten Illusionen.

Ich weiß nicht, was ich glauben soll. Ich glaube, alle Beteiligten haben Fehler gemacht. Trotzdem, leiden müssen es die, die gar nicht daran beteiligt waren.

Gestern sah ich kurz eine Reportage von Spiegel TV über Süchte, leider war es schon spät und ich war hundemüde. Darin ging es auch um Ess- und nachher um Sportsucht. Mein Bruder ist süchtig. Ich weiß nicht, ob das jemandem bewusst ist, aber ich bin leider überzeugt, dass es inzwischen so weit ist.

Meine Oma hat mir eine abenteuerliche Geschichte erzählt: mein Bruder rief sie an, Anfang Februar. Er fragte, ob wir ein Familienwappen haben, denn das möchte er sich auf den Oberschenkel tätowieren lassen. Auf den anderen: die Namen unserer Eltern. Muss ich das verstehen? Ist es vielleicht gar nicht so abwegig, aber mir erschließt sich der Zauber dieser Widmung nicht?!
Ich mache mir Sorgen um meinen Bruder. Er ist nicht dumm, aber ich glaube langsam, dass meine Eltern ihn (bewusst oder unbewusst) kleingehalten haben. Er ist leicht zu beeindrucken und hat schon als Kind alles nachgeplappert, was die Mama so von sich gab. Papagei hab ich ihn genannt - dabei war er ein Mamagei ;-) nein, sorry, das hat sich grad angeboten :-D - das war nicht nett, aber es war die Wahrheit. Und so ist es heute noch. Er merkt sich manche Kernaussagen fast wörtlich und zitiert sie bis zum Umfallen, bis was Neues, Tolleres kommt, das vielleicht ein bisschen leichter zu merken ist.

Mein Bruder hat eine Lehre gemacht. Als wir jüngere Teenager waren, also so 11, 12 glaub ich, hat er mir gegenüber erwähnt, dass er gerne Geschichtelehrer werden würde. Ich sah das als Chance, schon damals befürchtete ich, er würde unter seinem Wert verkauft. Ich finde, wer gescheit genug ist, sollte sich fortbilden. Ich finde die Matura sehr wichtig. Sie ist nicht die Lösung aller Fragen, aber sie öffnet Türen, die vorher verschlossen waren. Ich weiß nicht, ob das heute auch noch so ist, aber als ich zur Schule ging (wie das klingt!!!! Als wär ich 50!), hatte die Matura (egal welche) einen nicht zu unterschätzenden Wert. Trotzdem, er hat sie nicht gemacht. Meine Eltern haben immer gepredigt, vielleicht nur mir, vielleicht auch ihm, das weiß ich nicht, dass er "ein Hackler" ist, also kein Denker. Mehr Unterscheidungen gibt's da scheinbar nicht. Im Prinzip haben sie ihn als zu unfähig hingestellt. Das ist jetzt dabei rausgekommen.
Ich wollte die Erziehung für ihn übernehmen, da war ich 10. Meine Eltern haben mir das immer vorgeworfen. Und ich bin nicht sicher, ob jetzt nicht viele Dinge anders wären, meine Bruder sich in eine andere (bessere??) Richtung entwickelt hätte, wenn ich die Möglichkeit gehabt hätte, wenigstens ab und zu mal etwas anzumerken, das nicht als "Einmischung" verstanden worden wäre. So war ich immer die, die ihn "verbiegen" wollte.

Ich versuche immer, das Beste aus den Dingen zu machen, das Beste aus den Menschen rauszuholen. Mag sein, dass das ein überzogener Anspruch ist, aber ich glaube eben, dass jeder Mensch Potenziale hat, die man ausschöpfen kann und darunter welche, die man unbedingt ausschöpfen muss. Selbstständiges Denken wäre ein solches Potenzial gewesen. Das kreide ich meinen Eltern eigentlich am schlimmsten an. Sie haben permanent versucht, uns das selbstständige Denken zu nehmen bzw. uns dazu zu bewegen, einfach "zu tun was man aufgetragen bekommt". Also eh so auf die Art ÖVP-Prinzip: "Hände falten, Goschn halten." Ich weiß, das ist alt. Aber es wirkt und es steht für viele Menschen, die ihre eigene Ansicht, die gegen den Strom ist, nicht laut äußern dürfen oder sollten, weil sie mit teils unvorhersehbaren Konsequenzen zu rechnen haben.

Aber ich komme von einem Thema ins nächste ...

Ich hör wieder auf.

just me


Freitag, 14.03.2008, 19:32
Es ist ein unnatürlicher Lauf, dass Kinder sich von ihren Eltern trennen. Nicht, dass sie ihr eigenes Leben beginnen, aber dass sie richtiggehend davonrennen müssen, damit sie sich von der Vergangenheit lösen können, ist in höchstem Maß verwerflich.

Ich bin eigentlich jemand der sagt, alles auszureden macht Sinn. Trennung ist in keinem Fall der erste Weg. Und: eine Familie sollte zusammenhalten.

Nur: waren wir je eine Familie? Oder anders gefragt: habe ich je dazugehört?
Sind wir nicht einfach nur ein Haufen Verrückter, durch DNA für immer aneinandergekettet? Wenn Freunde bzw. Bekannte mir diese Dinge antun würden, gehe ich. Aber bei Familie sollte man mehr Geduld haben. Sollte man? Sollte ich?

Ich hatte noch Zeug von meinen Eltern in meiner Wohnung. Dinge, die ich mir geliehen habe, die mir aber nicht gehör(t)en. Ich habe also, nachdem ich aus der Arbeit kam und eigentlich nur noch schlafen wollte, die Sachen gepackt, allem voran den Wohnungsschlüssel, den ich noch hatte, alles zusammen mit einem schnell gekritzelten Brief in ein Sackerl geschmissen und bin damit in mein Elternhaus gefahren. Den Brief und den Schlüssel hab ich ins Postfach geschmissen, das Sackerl habe ich an die Tür gehängt. Es war niemand zu Hause. Als ich schon weg war, hab ich mir gedacht, ich hätte auch den Schlüssel noch einmal benutzen können und die Sachen in die Wohnung stellen. Aber seltsam, als ich vor dieser Tür stand, bin ich gar nicht auf diese Idee gekommen! Wie seltsam ist das denn?

Es war alles in allem eine richtig seltsame Geschichte. Spontan die Sachen in ein Sackerl, spontan rüberfahren, abliefern und nichts wie weg, das alles mit einem Herzklopfen bis zum Kehlkopf, panisch, dass jemand aus meiner Familie mir entgegenkommt oder mir auch nur auf der Straße begegnet. Diese Angst, dieses Gefühl, kannte ich noch von früher, wenn ich von der Schule kam, habe ich eigentlich ab einem gewissen Zeitpunkt gehofft, dass niemand zu Hause ist.

Tja. Sieht wieder mal nach einem weiteren Schritt aus. Ich hoffe, es bringt mich weiter.

just me


Mittwoch, 12.03.2008, 18:32
Wo beginne ich heute? Ich weiß, ich möchte wieder etwas loswerden, aber ich weiß nicht, wo ich anfangen soll.

Was Kinder in erster Linie von ihren Eltern brauchen, ist Liebe. Mit der gelebten Liebe kommt die Anerkennung, der Respekt vor den Wünschen und Träumen des Kindes. Dass man das Kind ernstnimmt. Und es als eigenständige Persönlichkeit nicht nur widerwillig hinnimmt sondern fördert. Das hat natürlich auch etwas mit "Abnabeln" zu tun und zwar auf der Seite der Eltern. Jede Mutter, jeder Vater muss lernen, sich von dem Kind zu "trennen", um ihm ein eigenständiges Leben zu ermöglichen.
Ich bestreite nicht, dass das vermutlich zu den schwierigsten Dingen gehört, die Eltern beim Erwachsenwerden ihrer Kinder mitmachen müssen, aber darauf bereitet man sich ja auch vor, oder? Ich schütze mein Kind jetzt, aber früher oder später wird es mich verlassen und zwar nicht aus Bosheit, sondern weil ich es zu einem eigenständigen Wesen, zu einem starken Charakter erzogen habe. Das ist nicht einfach eine Begleiterscheinung des Erwachsenwerdens, es ist das Ziel der Erziehung.

Ich kann ja leicht reden, ich bin ein Kind gewesen, bin aber keine Mutter. Trotzdem, es muss einfach so sein.

Und gerade frage ich mich, ob Eltern, die ihre Kinder körperlich misshandeln, seelisch stressen und emotional erpressen nicht unterbewusst von sich abhängig machen wollen. Es scheint ja allgemein bekanntes Wissen zu sein, dass Menschen sich zum einen so ziemlich an alles gewöhnen können und zum anderen Gewalt auch als Bindungsmaßnahme verstehen können. Genügend Frauen und Männer bleiben bei ihrem Partner/ihrer Partnerin, obwohl sie geschlagen/seelisch misshandelt werden. Oder WEIL es so ist?! Schwer zu sagen. Man hat ja das Gefühl, Aufmerksamkeit zu bekommen. So irgendwie. Im Erwachsenenalter kommt sehr viel Besitzanspruch, sprich Eifersucht, dazu. Das heißt, dass viele Frauen/Männer ihre schlagenden/misshandelnden PartnerInnen rechtfertigen. Sie binden sich an diesen Menschen, an die Aufmerksamkeit, die sie durch die körperliche/seelische Gewalt erfahren.

Wenn ich jetzt von diesem Ansatz ausgehe, könnte das erklären, warum auch Kinder von ihren Eltern besonders dann nicht loskommen, wenn sie sie emotional irgendwie schädigen. Es geht gar nicht so sehr um den Schaden, den die Eltern hinterlassen haben, den man aufklären will. Man hat sich auch an diese Form der bewussten Vernachlässigung gewöhnt! Es ist eine gewagte Theorie, zugegebenermaßen. Aber ja. Darüber muss ich nachdenken.

Was man zu Hause oder in seiner nächsten Umgebung lernt, versteht die Seele als "so soll es sein". Alle Beziehungen, die man außerhalb dieser nächsten Umgebung eingeht, werden auf das erlernte System überprüft. Wenn das System einem aber beigebracht hat, dass Gewalt in irgendeiner Form, Vernachlässigung, psychischer Druck und ähnliches richtig sind, wird der Mensch bzw. sein Unterbewusstsein, welche von dem System psychisch abhängig sind, jeden der nicht in das System passt, als Gefahr erkennen. Und auslöschen. Will sagen, die Beziehung wird solange sabotiert, bis sie in das System passt. Eine Psychotherapeutin hat mir das mal erklärt. Man nennt das "inszenieren".

Man muss sich folglich also von dem erlernten System lösen. Nur wie soll das gehen? Ich zum Beispiel weiß in meinem Kopf, dass ich ein System erlernt habe, das nicht immer zutrifft. Ich weiß, dass es Menschen gibt, die mich mögen. Ich weiß, dass es Menschen gibt, die mich sogar lieben. Ich weiß, dass es Menschen gibt, denen ich wichtig bin. Ich weiß, dass ich auf manche Menschen anziehend wirke. Ich weiß, dass ich klug bin. Ich weiß, dass ich nicht hässlich bin. Ich weiß, dass meine Figur in Ordnung ist. Ich weiß, dass mein Charakter gut und mitfühlend ist. Ich weiß, dass ich Talente habe. Und all sowas. Nur was mein Unterbewusstsein sagt, steht auf einem anderen Blatt Papier. Nämlich, dass ich nicht gut genug bin, um geliebt zu werden, dass ich zu schwierig bin, dass ich nicht klug genug bin, dass ich nicht gebildet genug bin, dass ich nicht hübsch bin, dass ich nicht gemocht werde, dass die Menschen mich belügen, schlecht von mir denken bla bla bla. Ich könnt jetzt lang so weitermachen.

Der Punkt ist folgender: man kommt von diesem System nicht einfach so los! Ich arbeite schon ewig daran zu akzeptieren, dass ich nicht von allen gemocht werde. Das hab ich eigentlich ganz gut drin. Nur es tut halt trotzdem weh! Es soll nicht weh tun. Das muss man aber von den Eltern lernen. Nämlich: du bist ok wie du bist!

Als ich ein Teenager war, wollten mir meine Eltern eins der bekanntesten Selbsthilfebücher überhaupt zum Lesen geben: "Ich bin ok. Du bist ok.", ewig alt. Ein Klassiker. Ich habe es nie gelesen. Ich wollte das nicht. Interessant daran ist, dass meine Eltern wohl erkannten, dass ich ein Problem mit dem Ego habe, aber nie sahen oder sehen wollten, dass ihre Erziehung und die Tatsache, dass sie ein Kind jahrelang runtermachten, die Grundlage für diese Selbstzweifel waren und sind. Woher auch? Man muss ihnen zugute halten, dass man früher nicht viel über Erziehung gesprochen hat. Die Kinder hatten zu folgen, wenn sie das nicht taten, gab's die schon erwähnte gsunde Watschen und die Sache hatte sich. So war das früher, so sind meine Eltern aufgewachsen. Nicht nur sie, viele viele Generationen mussten so erwachsen werden.

Es ist ein Stigmata der autoritären Erziehung, dass die Ängste und Sorgen von Kindern nicht ernstgenommen wurden bzw. werden. Als ich ein Kind war (ich weiß nicht, wann ich damit angefangen habe, aber ich habe es bis in meine späten Teeangertage fortgesetzt), habe ich meine Narben, die ich beim Spielen bekommen habe (man läuft ja oft irgendwo dagegen), immer wieder aufgedrückt. Ich war erst zufrieden, wenn die Narbe aufplatzte. Das entzündete sich, logischerweise. Wenn es eiterte, war ich zufrieden. Das war mein Erfolg. Fakt ist, das waren die ersten Anzeichen für eine autoaggressive Tendenz. Sowas ist nicht ungefährlich, aber was soll's. Der Punkt in diesem Fall ist, dass meine Mutter das wusste. Sie hat es gesehen und mich nie darauf angesprochen. Ich habe die letzten autoaggressiven Anfälle erst vor wenigen Monaten gehabt. Zur Zeit geht es mir gut genug, damit ich das nicht tue. Nur ich weiß auch, das ist in meinem Charakter verankert. Woher das kommt? Na ich würde mal raten und sagen, es hat etwas mit der körperlichen Gewalt gegen mich und meinen Bruder zu tun. Das ist das erlernte System - Schlagen ist Strafen. Und ein schlechter Mensch verdient Strafen, ergo verdient er körperliche Gewalt. Klingt überspitzt, ist aber der Kern, der Auslöser.
Es gibt genügend Teenager, die sich aufschneiden, sie nehmen Rasierklingen, später zerschlagen sie Gläser und Flaschen ... das wird erkannt. Aber diejenigen, die sich selbst schlagen, sind irgendwo "dagegengelaufen" (lt. eigener Aussage), diejenigen die sich beißen, ihre Narben wieder aufdrücken usw., die können nicht erkannt werden. Die Verletzungen sind meist nicht gefährlich, jedenfalls nicht körperlich.

Autoaggressive Gewalt ist ein Tabuthema. Sowas machen nur suizidale Teenager. Blödsinn! Ich würde gerne darauf aufmerksam machen, nur ich weiß auch, dass ich das nicht kann. Also schreibe ich es hier auf.

Es ist heute sehr lang geworden, gell? Sorry. Ich hoffe, ihr seid durchgekommen ... auf Kommentare freu ich mich schon, vielleicht kann dadurch eine Diskussion angeregt werden.

Liebe Grüße

just me